Impfkampagne

Aufgeben ist keine Option: Tiago Stämpfli von OneDoc über die grösste Impfkampagne der Schweiz

Veröffentlicht am 25/06/2021

Grünes Schild mit Sicherheitsschloss repräsentiert Datenschutz

Es ist Anfang Februar 2020 als die Covid-19-Pandemie in der Schweiz ihren Lauf nimmt. Dann geht alles Schlag auf Schlag: Die Unsicherheit steigt, die Infektionszahlen schellen in die Höhe und der Lockdown wird unvermeidlich. Durch Testen im Grossen Stil und seit Dezember 2020 dank einer flächendeckenden Impfkampagne (die grösste in der Schweizer Geschichte!) wurden Mittel gefunden, um dem hochansteckenden Virus Einhalt zu gebieten.

Möglich machte diese positive Entwicklung OneDoc und der Mann der Stunde Tiago Stämpfli, Head of Business Development und Geschäftsführer Deutschschweiz des Start-ups. Wie hat er die Impfkampagne erlebt?

Tiago Stämpfli
Tiago Stämpfli
Head of Business Development – Deutschschweiz
Ich will mehr über das Thema erfahren!

 

Wieviele Impfungen wurden zum aktuellen Zeitpunkt bereits über OneDoc abgewickelt?

Nach dem langsamen Start aufgrund von Lieferengpässen der Impfhersteller, konnten wir im April den “Impfturbo” starten und sind nun bei 3.1 Millionen Impfterminen. Jeden Monat kommen mehr als eine Million hinzu.

 

Warst du dir am Anfang überhaupt bewusst, wie gross und bedeutend diese Impfkampagne für die Schweiz und für OneDoc sein wird?

Die Bedeutung und Notwendigkeit war mir von Anfang an klar. Die Komplexität der Umsetzung aber, besonders betreffend der Koordination zwischen allen Kantonen, der Armee und dem BAG und betreffend der Mobilisation der Bevölkerung, war mir nicht in dem Ausmasse bewusst. Was sich bei diesen Herausforderung bewährt hat, ist sicherlich die Strategie, gemeinsame und pragmatische Lösungen zu finden. Denn Covid-19 und die Impfkampagne sind einzigartig, sie tangieren die gesamte Schweizer Bevölkerung. Eine solche aussergewöhnliche Situation konnte und kann nur dank dem Gemeinschaftssinn und der Solidarität der Schweizer:innen bewältigt werden.

 

Wie hat es OneDoc geschafft, so viele Kantone für sich zu gewinnen und zur offiziellen Lösung des BAG zu werden?

Als grösste Online-Terminbuchungsplattform in der Schweiz waren wir in einer relativ günstigen Position und bereits gut in der Deutschschweiz und der Romandie etabliert. Die Weiterentwicklung zur Impflösung war da naheliegend und erst dank unserem hochmotivierten Team stemmbar. Die konkrete Umsetzung wurde dabei in enger Absprache mit dem BAG definiert. Letzteres war es auch, das OneDoc den Kantonen als offizielle Impflösung nahegelegt hat. Eine solche gemeinsame, überkantonale Lösung macht auch absolut Sinn, da alle Kantone mit denselben Problemen zu kämpfen haben.

 

Die Schweiz ist stark vom Föderalismus geprägt. Inwiefern hat sich dies auch in der Zusammenarbeit mit den Kantonen gezeigt?

Jeder Kanton hat seine eigene Entscheidungskompetenzen und letztlich seinen eigenen Weg. Aber auch hier hat sich gezeigt und bewährt, dass bei einem Projekt von solcher Grösse, ein gemeinsames Vorgehen zielführend ist. Wir haben mit den Kantonen einen gemeinsamen Nenner gefunden, gleichzeitig konnten die Eigenheiten jedes Kantons berücksichtigt werden, da unsere Lösung die nötige Flexibilität dafür bot.

 

Welche Bedeutung hat das erst seit Kurzem erhältliche offizielle Impfzertifikat des Bundes, das die Impfzentren dank OneDoc generieren können?

Das offizielle Impfzertifikat ist von zentraler Bedeutung. Es ebnet den Weg zurück in die Normalität. Es ermöglicht den Schweizer:innen, sich international frei und sicher zu bewegen. Es gibt uns unsere Freiheiten zurück.

 

Wie hat sich OneDoc als Firma seit der Impfkampagne weiterentwickelt?

Das ganze war eine riesige Herausforderung, die unser Team mit unglaublich viel Arbeit, Schweiss und Blut gemeistert hat. Wir haben bewiesen, dass ein Startup Lösungen liefern kann, wie es etablierte Firmen nicht können. Agilität, technische Affinität und Dynamik waren essentiell und haben uns ermöglicht, uns den stetig verändernden Umständen und unterschiedlichen kantonalen Gegebenheiten anzupassen. Heute wird uns mehr denn je Vertrauen von den Gesundheitsfachpersonen entgegengebracht verdientermassen! Wir sind dank der Impfkampagne letztlich auch in der Rolle als treibende Kraft in der Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens bestätigt worden.

 

Bist du auch persönlich gewachsen an den Herausforderungen?

Es gab diverse Bereiche und Herausforderungen, die im letzten Jahr Raum zur Weiterentwicklung boten: Sowohl projektbezogen, firmenintern als auch privat.

Die Impfkampagne war und ist ein Projekt von unvorstellbarer Grösse. Alle einzubeziehen, abzuholen und zu koordinieren ist herausfordernd, gleichzeitig motivierte es mich stark, etwas sinnstiftendes zu leisten, einen positiven Einfluss auf das Leben der Leute zu haben.

Weitere Herausforderungen waren die Organisation der Prozesse in der Firma selbst, das Managen der Mitarbeitenden, immer “abliefern” zu müssen. Die grösste Veränderung hat sich bei mir aber im Privaten ereignet: Im vergangenen Dezember, also am Anfang der Impfkampagne, wurde ich zum ersten Mal Vater. Dadurch habe ich mich selbst nochmals neu kennengelernt.

All diese Bereiche boten mir Raum zur persönlichen Weiterentwicklung und die Krise hat mich gleichzeitig darin bestärkt, dass jedes Problem lösbar ist, wenn man gemeinsam daran arbeitet, getreu meinem Motto “Aufgeben ist keine Option!”.

 

Gab es für dich ein persönliches Highlight während der Impfkampagne?

Nach intensiven Anfängen und zahlreichen Hürden war es sehr motivierend, positive Feedbacks von der Regierung, Leitungen der Impfzentren und geimpften Personen selbst zu erhalten. Unser Engagement hat einen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden unserer Mitmenschen, dies ganz konkret und messbar in den abnehmenden Fallzahlen.

 

Was hättest du dir einfacher vorgestellt?

Alles! (lacht) Man braucht eine gesunde Portion Optimismus, um ein solches langwieriges Projekt anzugehen und umzusetzen. Die nötige Koordination und Abstimmung zwischen all den involvierten Parteien war sicherlich die grösste Herausforderung.

 

Kannst du heute das Wort “Covid-19” überhaupt noch hören?

Wie sicherlich alle bin ich einfach froh, wenn wir die Krise eines Tages hinter uns haben. Gleichzeitig macht es mich jedes Mal glücklich, wenn ich in der Zeitung Berichte über rückläufige Fallzahlen lesen darf. Ich bin stolz darauf, zusammen mit OneDoc aktiv an der Bekämpfung des Virus beteiligt zu sein.

 

Ein Ausblick: Wie wird sich die Covid-19-Krise deiner Meinung nach langfristig auf das Schweizer Gesundheitswesen auswirken?

Eine solche Krise hat gezeigt, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens und die Kompatibilität verschiedener Systeme in der Schweiz essentiell sind. Der Digitalisierungsdruck, den Covid-19 im Gesundheitswesen ausgelöst hat, ist beachtlich. Ich denke, es war der Startschuss für ein vernetzteres, effizienteres und besseres Gesundheitssystem. Wir bei OneDoc sind motiviert, das Ganze mit unseren Partner:innen im Gesundheitswesen weiter voranzutreiben.

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