Psychische Gesundheit

Die psychische Gesundheit im Fokus: Das steckt hinter der Kampagne “Wie geht’s dir?”

Veröffentlicht am 18/10/2021

Grünes Schild mit Sicherheitsschloss repräsentiert Datenschutz

Auch dieses Jahr fand er am 10. Oktober statt: Der Welttag der psychischen Gesundheit. Doch noch immer ist das Sprechen über psychische Belastungen ein Tabuthema. Dass das irgendwann nicht mehr so ist, dafür setzt sich die Kampagne “Wie geht’s dir?” der Deutschschweizer Kantone und der Stiftung Pro Mente Sana im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz ein. Wir haben mit der Kampagnen-Verantwortlichen Norina Schwendener über die Hintergründe und Ziele der Kampagne gesprochen.

Norina Schwendener
Norina Schwendener
Projektleiterin Kampagne «Wie geht’s dir?»
Co-Leiterin Gesundheitsförderung & Kommunikation bei der Stiftung Pro Mente Sana

Was ist das Leitziel der Kampagne? 

«Wie geht’s dir?» ermutigt dazu über psychische Belastungen zu sprechen. Das entlastet und ist der erste Schritt, um Unterstützung zu erhalten. Die neue Kampagne der Deutschschweizer Kantone und der Stiftung Pro Mente Sana im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz basiert auf einem Emotionen-Alphabet. Es hilft dabei, die ganze Bandbreite der Gefühle bewusster wahrzunehmen. Wer weiss, wie er sich fühlt, kann auch besser darüber sprechen und gezielt etwas für die eigene psychische Gesundheit tun. Die Kampagne gibt dafür auf der Webseite und in einer App konkrete Tipps.

Ist das Sprechen über psychische Gesundheit immer noch ein Tabu? Warum?

Leider, ja. Es ist in unserer Gesellschaft nicht einfach «Schwächen» zu zeigen. Dabei ist es wichtig früh über psychische Belastungen zu reden. So kann schneller geholfen werden und psychische Erkrankungen können bestenfalls vermieden werden. Damit sich Menschen in schwierigen Lebenslagen trauen über ihre Situation zu sprechen, brauchen sie ein Umfeld, das bereit ist zuzuhören und eine Gesellschaft, die das Zulassen von Schwäche als Stärke anschaut.

Plakat Psychische Gesundheit

Die Kampagne ist in der ganzen Deutschschweiz in Form von Plakaten im öffentlichen Raum präsent, ebenso in öffentlichen Verkehrsmitteln und online.

Wieso haben Sie sich gerade für dieses Design und Wording für die Kampagne entschieden?

Die ernst gemeinte Frage «Wie geht’s dir?» kann ein wichtiger Türöffner für ein Gespräch über die psychische Gesundheit sein. Deshalb steht sie im Zentrum der Kampagne und ist genau so formuliert, wie man sie in seinem Umfeld stellt. Die aktuelle Kampagne richtet sich besonders an junge Erwachsene. In dieser Lebensphase ist man mit vielen Herausforderungen für die psychische Gesundheit konfrontiert. Die Ausbildung, der Einstieg ins Berufsleben, die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit – das alles und vieles mehr gilt es zu bewältigen.

Wie sprechen Sie unterschiedliche Zielgruppen gezielt an?

Die Gestaltung der aktuellen Kampagne ist auf junge Erwachsene ausgerichtet, spricht aber dennoch alle an. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wird die Kampagne über verschiedene Kanäle wie Plakate, öffentlicher Verkehr, Online-Massnahmen gestreut und in unterschiedlichen Settings wie an Schulen, in Freizeitangeboten oder am Arbeitsplatz eingesetzt.

Sie betreiben neu auch einen Instagram-Account. Welche Bedeutung spielen Social Media für die Enttabuisierung von mentaler Gesundheit?

Das Thema ist aktuell sehr präsent auf Social Media. User:innen stehen offen zu ihren psychischen Belastungen und schaffen so Bewusstsein. Es wird deutlich, dass psychische Gesundheit uns alle angeht und dass Belastungen jeden treffen können. Das kann bestärkend wirken und zur Enttabuisierung beitragen.

Würden Sie die Kampagne bis jetzt als erfolgreich bezeichnen?

Die Kampagne schafft es von den Plakatwänden ins alltägliche Leben der Menschen. Schulen und Betriebe thematisieren mit der Kampagne die psychische Gesundheit, Menschen bestellen die Emotionenplakate, um die psychische Gesundheit bei sich zuhause zu stärken. Sogar die ein oder andere Sonntagspredigt wurde zum Alphabet der Emotionen abgehalten. Das halte ich für einen grossen Erfolg der Kampagne.

Über «Wie geht’s dir?»

«Wie geht’s dir?» ist eine Kampagne der Deutschschweizer Kantone und der Stiftung Pro Mente Sana im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz. Die Kampagne zeigt auf, wie die psychische Gesundheit gefördert werden kann und will die Bevölkerung dazu motivieren, über Gefühle zu sprechen, auch über negative. Denn nur wenn auch über Belastendes offen gesprochen werden kann, wird Hilfe und Unterstützung möglich und Erkrankungen können bestenfalls vermieden werden. Impulse zur Stärkung der psychischen Gesundheit und Gesprächstipps vermittelt die Kampagne auf der Webseite wie-gehts-dir.ch und in der «Wie geht’s dir?»-App.

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